Rudolstädter Arbeitskreis zur Residenzkultur e.V.
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P.M.Hahn/U.Schütte
"Thesen"
1. Pracht und fürstliche "repraesentatio"
2. Deutungsmuster und höfische Lebenswelt
3. Rezeptionsweisen
4. Räumliche Kontexte - Höfische Räume
5. Das lange Ende der höfischen Zeichen
Literaturhinweise
Nächste Mitgliederversammlung
Impressum
Thesen zur Rekonstruktion höfischer Zeichensysteme
 in der Frühen Neuzeit
  1. Das lange Ende der höfischen Zeichen<
    5.1. Das Ende der fürstlichen Herrschaft
    5.2. Semantische Verluste
    5.3. Kritik und neue kulturelle Muster
    5.4. Historismus und höfische Zeichen
    5.5. Höfische Zeichen in der bürgerlichen Moderne
5.5 Höfische Zeichen in der bürgerlichen Moderne
5.5.1 Es waren die neuen Staatsformen und die verschiedenen Strömungen der Moderne im späten 19. und im frühen 20. Jahrhunderts, die sich mit ihren ästhetischen und politischen Radikalismen an der höfischen Zeichenwelt und damit an der Semantik der alten Kultur- und Sozialformen gänzlich uninteressiert zeigten. Allenfalls in Residualbereichen wie der Diplomatie und bei den nur noch sich selbst inszenierenden, politisch machtlosen "Fürstenhäusern" lebten und leben bis heute Elemente höfischer Zeichen weiter. Doch diese Formen sozialer Kommunikation schreiben diesen Zeichen keine rechtlichen und politschen Qualitäten im engeren Sinne mehr zu.
5.5.2 Gleichwohl kommt es im globalen Zusammenhang westlicher Kulturhegemonie immer wieder zur Rezeption einzelner Formen und Gattungen höfischer Zeichen. Dies gilt für Staatsbesuche, militärische Feiern etc. ebenso wie für die "Höfe" einzelner Potentaten in den Ländern der sogenannten Dritten Welt oder auch für die amerikanisch-europäische Eventkultur der Postmoderne. Immer wieder finden sich hier Rückgriffe auf Mechanismen und Zeichen ehemals höfischer Prachtentfaltung wie auch deren Weiterentwicklung auf einem höheren technisch-medialen Niveau.
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