Rudolstädter Arbeitskreis zur Residenzkultur e.V.
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P.M.Hahn/U.Schütte
"Thesen"
1. Pracht und fürstliche "repraesentatio"
2. Deutungsmuster und höfische Lebenswelt
3. Rezeptionsweisen
4. Räumliche Kontexte - Höfische Räume
5. Das lange Ende der höfischen Zeichen
Literaturhinweise
Nächste Mitgliederversammlung
Impressum
Thesen zur Rekonstruktion höfischer Zeichensysteme
 in der Frühen Neuzeit
  1. Rezeptionsweisen
    3.1. Magnifizenz und Zeichen
    3.2. Zeichengattungen und Zeichenhierarchien
    3.3. Zeichen und Zeremoniell
    3.4. Repertoire und Auswahl
3. Rezeptionsweisen
3.1 Magnifizenz und Zeichen
3.1.1 Höfische Prachtentfaltung konnte nur dann zu einer Steigerung von Magnifizenz und damit letztendlich einer Erhöhung des kulturellen bzw. symbolischen Kapitals eines Fürstenhauses führen, wenn dieser Aufwand in der intendierten Weise von der höfischen Öffentlichkeit wahrgenommen wurde.
3.1.2 Diese mußte über ein differenziertes System von Denk- und Wahrnehmungskategorien verfügen. Ohne dieses konnte die Welt der Zeichen nicht adäquat entschlüsselt werden. Es lieferte die Grundlagen im Sinne einer ikonologischen Deutung der präsentierten Zeichen.
3.1.3 Darüber hinaus sorgte eine Verbreitung dieses Wissens dafür, daß unter den Angehörigen der höfischen Gesellschaft eine relative klare Vorstellung darüber herrschte, wann dieser Zeicheneinsatz das jeweils ständisch angemessene Decorum erfüllte.
3.1.4 Nur wenn eine allgemein akzeptierte Vorstellung vom jeweils angemessenen Decorum existierte, konnte man mittels höfischer Zeichen gezielt den "éclat" betreiben. Dieser wurde dann erfolgreich inszeniert, wenn der in einer spezifischen Situation betriebene Aufwand an Pracht, sei es durch qualitative oder auch quantitative Merkmale, einen solchen Umfang erreichte, daß sich Mitglieder der Hofgesellschaft überwältigt bzw. überzeugt empfanden. Die Semantik der Zeichen war somit an spezifische Rezeptionsbedingungen und Wahrnehmungsformen geknüpft.
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