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Pracht und fürstliche "repraesentatio"
1.1. "repraesentatio" und höfische Zeichen
1.2. Magnifizenz und dynastische Tradition
1.3. Semiotische und ständische Differenzierung
1.4. Produzenten und Rezipienten höfischer Zeichensysteme
1.5. Innovationen
1.6. Produktion und Rezeption neuer Zeichen
1.7. Alte und neue Zeichen
1.8. Zeichenrepertoire und Decorum
1.9. Hofkunst
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1.6.1 Es war die dauernde Konkurrenz der Höfe, welche das Prinzip der Innovation immer weiter steigerte, so daß die höfischen Zeichensysteme immer häufiger Veränderungen ausgesetzt wurden. Die Orientierung an den Codes einzelner Höfe oder an einzelnen Ländern mit ihren Höfen konnte zu Überschneidungen und Modifikationen führen. Ungleichzeitigkeiten entstanden stets dort, wo der konsumierende Hof nach Status, dynastischer Tradition und räumlicher Verortung vom Urheber der Neuerung entfernt lag und wenn die Rezeption erst relativ spät nach dem ersten Auftreten einer Innovation erfolgte. |
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1.6.2 Immer wieder wurden an einzelnen Höfen oder in einzelnen Regionen Werke für die höfische Welt geschaffen, die für längere Zeit allgemeine Akzeptanz fanden und so auch über den Ort ihrer Entstehung hinaus als Zeichen höfischer Pracht gewertet wurden. Produziert von geeigneten Werkstätten, auch außerhalb einer Zunft, verkauft von einem Hof oder erworben für einen anderen Hof, dienten diese Werke dann dazu, entweder kulturelle Überlegenheit zu dokumentieren oder auch auf subtile Art Abhängigkeit bzw. Verbundenheit mit dem Urheber einer kulturellen Tradition zu signalisieren. |
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1.6.3 Begünstigt wurde ein solcher Transformationsprozeß höfischer Zeichenmuster durch das latente Bestreben der Fürsten nach einer Verfeinerung ihres Lebensstiles. |
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1.6.4 Die Setzung neuer kultureller Normen ("Moden") wurde in der Regel von einzelnen Höfen angestoßen. Zumeist handelte es sich dabei um 'Leithöfe', deren Verhalten in einer Region oder gar europaweit als Orientierung diente. Zumeist zeichneten sich diese durch ein hoch produktives und künstlerisch innovatives Potential sowie erhebliche finanzielle Ressourcen aus. |
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1.6.5 Neue Zeichen und Normen wurden aber nicht von allen europäischen Höfen in gleicher Weise angenommen. Zudem war es jedem Fürsten möglich, neue Angebote nach Maßgabe der jeweiligen historischen und politischen Situation und nach seinen individuellen Bedürfnissen umzuformulieren. |
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1.6.6 Bei Akzeptanz eines Zeichens, welche allerdings von vornherein durch seine Urheber kaum zu kalkulieren war, entfaltete sich dessen Wirksamkeit nach dem Schneeballprinzip. Die Akzeptanz bedingte eine besondere Bereitschaft bei den Höfen, die nicht überall und zu jeder Zeit gegeben war. |
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1.6.7 Die Entwicklung und breite Rezeption neuer höfischer Zeichen setzte bei den Produzenten wie bei den Rezipienten identische Bedürfnisse nach neuen Zeichen und entspre-chende Gelegenheiten, diese Zeichen zu benutzen, voraus. |
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1.6.8 Handwerkern und Künstlern kam in diesem komplexen Schaffensprozeß höfischer Zeichen vornehmlich die Rolle eines engagierten Anbieters von Lösungsmodellen zu. Deren wirtschaftlicher und künstlerischer Erfolg hing aber in erster Linie davon ab, inwieweit ihr Angebot dem je spezifischen fürstlichen Geschmack bzw. den konkreten Bedürfnissen eines Hofes entsprach. |
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